OHRAKUPUNKTUR

Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur ist eine Reflexzonentherapie, die durch Stimulierung sensibler Punkte gekennzeichnet, gezielt andere Körperregionen beeinflusst. Funktionelle Störungen und Schmerzen sollen sich in Reaktionspunkten auf die Körperoberfläche projizieren. Die Reizung dieser Punkte soll mehr oder weniger gezielt die Autoregulation stimulieren, um Dysfunktion zu normalisieren.

GESCHICHTE

Bereits 2000 Jahre alte chinesische Schriftstücke beschreiben einen reflektorischen Zusammenhang zwischen der Ohrmuschel und den Körperzonen.

Im Gegensatz zur Körperakupunktur entwickelte man die Ohrakupunktur in China nicht weiter. Die Ohrakupunktur in der heutigen Form ist allerdings gerade erst 40 Jahre alt und geht auf den französischen Arzt Dr. P. Nogier zurück.

Er hat die Ohrakupunktur (Auriculo-Therapie), in ihrer diagnostischen und therapeutischen Methode systematisiert und entwickelt, und 1956 auf einem Akupunkturkongress in Lyon vorgestellt. Bei einem seiner arabischen Patienten fielen ihm Narben an der Ohrmuschel auf. 

Bei diesem war wegen einer Lumbalgie (Schmerzen im Lendenwirbelbereich) oder Ischialgie (Schmerzen im Versorgungsbereich des Nervus ischiaticus) eine Kauterisation (mit dem Brenneisen ans Ohr) im Bereich der Anthelix durchgeführt worden.

Nogier ersetzte diese Methode durch das Stechen von Nadeln. Damit erreichte er genauso eine positive Wirkung ohne jedoch Narben zu hinterlassen. In der Folgezeit entdeckte Nogier, dass alle Organe am Ohr repräsentiert sind, und die Widerspiegelung des Körpers am Ohr einem Embryo in Kopflage gleicht.

Im Wesentlichen gibt es 2 Erklärungsmodelle für die Wirkung der Ohrakupunktur: 
1. Physiologischer Ansatz – über Nervenbahnen, reflektorische Antwort auf Außenreiz
2. Energetischer Ansatz – man geht davon aus, dass neben den Blutgefäßen, Lymphbahnen
und Nerven, ein energetisches System besteht, das man positiv beeinflussen kann. (u. a. Blockaden lösen)

INDIKATIONEN

– Schmerztherapie (akut od. chronisch)
– Alle Arten von Kopfschmerzen
– Neuralgische Beschwerden
– Rheumatische Beschwerden
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Hypertonie – Bluthochdruck)
– Atemwegserkrankungen
– Gastrointestinale Erkrankungen (Magen-Darm-Erkrankungen)
– Urogenitale Erkrankungen (Harn- und Geschlechtsorgane betreffend)
– Hauterkrankungen
– Allergien
– Suchterkrankungen (nur bei Wunsch des Patienten, von der Sucht loszukommen – z. B.Raucherentwöhnung)
– Stoffwechselerkrankungen
– Hormonelle Erkrankungen
– Vegetative Erkrankungen
– Angstsyndrome
– Schlaflosigkeit

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